Hautpilzerreger - was man wissen muss

Hautpilzerreger - was man wissen muss

 

Gruppen von Hautpilzerregern

Nicht alle Hautpilzerkrankungen werden durch einen einzigen Pilzerreger oder Erregertypen verursacht: vielmehr gibt es eine ganze Reihe von Pilzarten, die die Haut, Haare, Finger- oder Zehennägel, die sog. Hautanhangsgebilde besiedeln und schädigen können!

Die herausragende Gruppe von Pilzen, zu denen die meisten Erregerarten gehören, sind die Dermatophyten (altgr. derma: Haut; altgr. phyton: Pflanze). Das sind mehrzellige fadenartige Pilze.

Eine weitere Gruppe der Erreger sind Hefepilze, darunter einige Candida-Arten - nicht jedoch die Edelhefen wie Bäckerhefe, Wein- oder Bierhefen.

Die dritte wichtige Gruppe umfasst einige Schimmelpilzarten.

Aufgrund der vielzähligen und unterschiedlichen Erregerarten, sowie befallenen Körperstellen, gibt es eine entsprechende Vielzahl an Fachbegriffen, die im Folgenden kurz vorgestellt werden sollen.

 

Benennung von Pilzerkrankungen

Eine Pilzerkrankung an sich wird als Mykose (altgr. mýkēs: Pilz) bezeichnet, eine Hautpilzerkrankung entsprechend Dermatomykose (altgr. derma: Haut). Sind die Haare befallen, handelt es sich ganz allgemein um eine Haarmykose, bei den Finger- oder Zehennägeln um eine Nagelmykose, oder fachsprachlich Onychomykose (altgr. ónyx, ónychos der Fingernagel).

 

In weiteren Unterteilungen kann man einen zusätzlichen Hinweis auf den Erregertyp (oder sogar einige Erregerarten) finden.

So werden Hautpilzerkrankungen, die durch Candida Pilze hervorgerufen werden als Candidose und Schimmelpilzinfektionen als Schimmelpilzmykose bezeichnet.

Die dritte große Gruppe, die Dermatophyteninfektionen, auch Dermatophytose genannt.

Einteilung der Dermatophyteninfektionen

Für durch Dermatophyten hervorgerufene Hautpilzerkrankungen gibt es eine weitere Unterteilung - meist nach betroffener Körperregion. Generell wird für alle diese Erkrankungen die Bezeichnung Tinea (lat. Motte, Wurm) verwendet, da die Dermatophyten die Haut wie Motten oder Würmer befallen und Schäden verursachen können.

Die Unterteilung ist hilfreich, da viele Körperstellen bevorzugt von bestimmten Dermatophyten Arten befallen werden, eine bestimmte Entwicklung der Erkrankung erwartet werden kann, oder bestimmte Therapieansätze zum Einsatz kommen können.

 

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Tinea capitis (lat. Skalp; behaarte Kopfhaut), welche in Mitteleuropa am häufigsten durch den Dermatophyten Trichophyton Tonsurans (lat. tonsura, die Tonsur) verursacht wird. Der Pilz befällt nur die behaarte Kopfhaut und führt dort zumeist zu kreisrunden auffälligen Stellen mit abgebrochenen oder stumpfen Haaren. Daher auch die lateinische Bezeichnung „tonsurans“, da die Tonsur eine kreisrunde Rasur der Kopfhaare, z.B. bei Mönchen, ist.

 

Weitere häufige Tinea-Arten

Tinea pedis (lat. pes, pedis der Fuß): Fußpilz ist eine der häufigsten Formen von Hautpilzinfektionen. Besonders zwischen den Zehen kann sich die Infektion ausbreiten und Juckreiz verursachen. Wenn es an Ihren Füßen juckt und unangenehm ist, könnte es sich um Fußpilz handeln. Schreitet er ungebremst fort, können auch die Zehennägel in Mitleidenschaft gezogen werden.

Tinea corporis (lat. corpus, corporis, der Körper): Ringelflechte an freien Hautstellen wie z.B. im Gesicht, auf dem Rücken oder Oberkörper, ist eine weitere typische Form von Hautpilz. Sie kann ringförmige schuppige Rötungen, aber auch silbrig schimmernde Ringe, welche sich immer weiter ausdehnen, auf Ihrer Haut hinterlassen. Daher kommt auch der Name „Ringelflechte“.

Tinea manum (lat. manus, die Hand): wird die Pilzinfektion auf der Hand genannt. Hierbei sind der Handrücken, sowie Handflächen und Finger betroffen. Wird sie nicht behandelt, kann die Infektion mit der Zeit auf die Fingernägel übergehen.

Tinea unguium (lat. unguis, der Finger-, Zehennagel): eine Nagelpilzinfektion führt meist zu weißlichen oder gelblichen Verfärbungen. Schreitet die Infektion weiter fort, kann der Nagel verdicken, bröselig werden und im schlimmsten Fall komplett zerstört werden.

Eine Ausnahme in dieser Einteilung stellt die die Tinea versicolor, auch Pityriasis, oder als Kleienpilzflechte bezeichnet, dar. Diese vergleichsweise harmlose, nicht ansteckende Form von Hautpilz wird durch einen Hefepilz verursacht.

 

Wir hoffen, dass Ihnen die Beschreibung der unterschiedlichen Mykosen einen besseren Überblick über die zahlreichen Fachbegriffe ermöglicht!

In weiteren Blogs werden wir die häufigsten Tinea Formen, die wichtigsten Dermatophyten Erreger, Candida- und Schimmelpilzarten, Therapiemöglichkeiten und dergleichen mehr vorstellen.

 

 

Quellen

  • Medical Mycology, 2019, 57, 13–22 doi: 10.1093/mmy/myx160. Advance Access Publication Date: 17 January 2018. Review Article. Keratin hydrolysis by dermatophytes. D. K. Mercer et al.

  • Mykosen Epidemiologie – Diagnostik – Therapie, Claus Seebacher, Renate Blaschke-Hellmessen, 1990

  • 2AWMF-S1-Leitlinie (013-033). Tinea capitis. 2019. Stand: 23.01.2019, gültig bis: 22.01.2024

  • https://gemoll.eu. Griechisches-deutsches Schul- und Handwörterbuch - Dr. Wilhelm Gemoll (1908). Erste Auflage.

  • https://de.pons.com/uebersetzung/latein-deutsch
Zurück zum Blog

Jetzt Selbstentnahme-Test bestellen

PCR-Untersuchung auf 56 Erreger bei Hautpilz, Fußpilz oder Nagelpilz.

Hier bestellen